Internet-Archiv der Naturfreunde-Sektion Heerbrugg
zurück zur Übersicht
seit: 16. Januar 1998 / letzte Änderung: 24.
Dezember 2001 (Axel Zerbe)
Internetauftritt
Naturfreunde
Die Rubrik 'Glanzlicht des Monats', scheint aus dem Naturfreund
verschwunden zu sein. In der Ausgabe (3/99) wurden die noch spärlichen Aktivitäten der
Naturfreunde im Internet lobend erwähnt.
Auch unsere Seiten (inkl. der zur Zeit noch von uns betreuten HomePage des KV
St.Gallen-Appenzell) wurden durch das Glanzlicht ins Rampenlicht gesetzt! Dafür möchten
wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken!
Wir hoffen natürlich, dass schon bald wieder neue Glanzlichter am Naturfreundehimmel
funkeln werden!
Glanzlicht des Monats - Naturfreunde online (cki / Naturfreund Nr. 3 - 99)
Seit dem 1. Februar 99 sind die Naturfreunde Schweiz unter
www.naturfreunde.ch
auf dem Internet präsent. Doch viel früher als der Landesverband waren einzelne
lokale Sektionen weltweit vernetzt. Dieses Glanzlicht geht an die Sektionen in
Heerbrugg, in Schaffhausen, den Kantonalverband Aargau als Internet-Pioniere und an
die Sektion Bülach als kreative Neueinsteigerin.
Im St.Galler Rheintal schaltete der Webmaster Axel Zerbe am 1.10.96 die erste
NF-Homepage der Schweiz auf. Und seither ist diese lokale Informationsplattform ständig
erweitert und gepflegt worden. Die Surfenden finden unter
www.rheintal.ch/vereine/naturfreunde
das Programm der Sektion Heerbrugg, des Kantonalverbandes St.Gallen-Appenzell, alle
Adressen und selbstverständlich die Infos über das NF-Haus St.Anton. Eine Spezialität der
Heerbrugger Seite ist die virtuelle Vereinstour. In einem bunten Bilderbogen kann man sich
hier quer durch die vielfältigen Aktivitäten der Naturfreunde klicken.
Ein weiterer WEB-Pionier ist Thomas Hollenstein, welcher als Webmaster des
Kantonalverbandes der Naturfreunde Aargau amtet. Die Seite
www.naturfreunde.ch/region/ag
bietet den Besuchern und Besucherinnen übersichtlich
und schnell viele Informationen: das kantonale Jahresprogramm, die Kontaktadressen,
die Aktivitätenprogramme der 17 (!) lokalen Sektionen der Regionen Aarau und Lenzburg
und anderes mehr. Die Aargauer 'Site' überzeugt durch ihre schnörkellose Struktur.
Auf der HomePage der Sektion Schaffhausen wird man als der x-te Besucher seit einem
bestimmten Bezugsdatum begrüsst. Die 'Site'
www.tomsoft.ch/nfsh
hätte allerdings noch eine weitaus grössere Beachtung verdient. Denn via Mausklick erfährt
man nicht nur die Kontaktadressen, sondern ein Suchsystem liefert die Angaben zum
Jahresprogramm und man kann sogar einen Ausflug in die Wasserversorgung des
Buchberghauses machen. Überhaupt ist die Internet-Präsenz des NF-Hauses auf dem
Randen sehenswert. Nebst einem übersichtlichen Lageplan erhält man gleich ein
elektronisches Reservationsformular frei ins Haus geliefert.
Frisch und bewegt kommt die erst seit kurzem aufgeschaltete Seite der Sektion Bülach
daher. Ein Hündchen springt dem Surfer entgegen und begrüsst ihn kläffend. Auf edlem
schwarz-gelbem Hintergrund werden hier die Informationen übersichtlich angeboten: Verein,
Aktivitäten, Naturfreundehaus 'Pragelblick', Fotogalerie und Statuten. Webmaster Ueli
Wepfer hat unter
http://combi.agri.ch/nfs-buelach
eine verspielte und farbenfrohe Plattform geschaffen, die den Besuch sicher lohnt.
Diese lokalen Internetseiten und weitere Naturfreundeseiten sind auch via
Links auf der HomePage der Naturfreunde Schweiz
zu erreichen.
|
|
Rückblick auf das Sektions - Tourenprogramm 1995 / 1996
|
Wintertouren 1995 / 1996
|
| Touren | geplant | 15 |
durchgeführt | 14 |
ausgefallen | 1 |
| Teilnehmer | |
| insgesamt | 154 |
| |
| |
im Durchschnitt | 11 |
| |
|
Sommertouren 1996
|
| Touren | geplant | 15 |
durchgeführt | 12 |
ausgefallen | 3 |
| Teilnehmer | | |
insgesamt | 108 |
| |
| |
im Durchschnitt | 9 |
| |
| Wintertouren 1995 / 1996
Wieder können wir auf eine abwechslungsreiche Tourensaison zurückblicken.
Dank gut ausgebildeter Tourenleiter, die den grössten Teil zu
unfallfreien Touren beigetragen haben. Dazu gehört sicher Glück aber
auch viel Disziplin von den Tourenteilnehmern.
Wir alle suchen das Erlebnis in der freien Natur und geniessen die Berge
mit Freunden.
Für 15 Teilnehmer begann das Winterprogramm am 18. November mit einer
Besichtigung der Kehricht-Verbrennungsanlage in Buchs. Herzlichen Dank an
Fredy Zünd, der schon viele interessante Besichtigungen organisiert hat!
Am Klausabend den 2. Dezember im Naturfreundehaus gabs für den Klaus
Max Hutter viel zu reden und zu tadeln. An diesem Abend nahmen 9 Kinder
und 10 Erwachsene teil.
Der Winter hatte bereits seine erste Visitenkarte abgegeben, und so
konnte Lorenz die Skitour auf den Gerenfalben durchführen.
Die Silvestertour auf die hintere Rosswies begoss Axel mit Champagner
aus Kristallgläsern, worauf Vinzenz bei einem Zwischenhalt nachdoppelte.
Die Januartour aufs Jäglischhorn wurde im schönsten Pulver gemacht.
Die Höhlentour musste leider vom Höhlenwart kurzfristig abgesagt
werden.
Wegen schlechter Schneeverhältnisse wurde eine Tour nach Splügen verlegt.
Dort war das Ziel der Guggernüll.
Am 27. Januar fand eine Skitour im Rätikon statt. Sie ging von Hans
Saxer als Jöchli-Tour getauft, in die Annalen unseres
Vereinstourenprogramms ein. Nur gerade 600 Höhenmeter Aufstieg
erschlossen den Teilnehmern eine Abfahrt über eine mehr als dreimal grössere
Höhendifferenz von 1900 Metern.
Das Nachtschlitteln bei Vollmond am 3. Februar wurde zwar ohne
Schlitten, dafür aber mit umso mehr Glühwein durchgeführt.
Ebenfalls im Februar wurden die Skitour auf den Hurst und die Skitour
Rosswies mit Abfahrt nach Grabs durchgeführt.
Die zwei März-Skitouren (auf den Piz Tumpiv und das Tourenwochenende Bärenalp)
konnten trotz wärmerem Wetter noch gemacht werden. Auch Mitte März war
noch genügend Schnee vorhanden für die Säntistour: Pulver- und
Sulzschnee bis ins Älpli (Unterwasser) hinab.
Im April war der Höhepunkt sicherlich wieder das Skilager in La Punt,
das von Hansjörg und Lorenz einmal mehr bestens organisiert und durchgeführt
wurde.
Nicht durchgeführt werden konnte die Tour Oberalpstock - Tödi.
|
| Sommertouren 1996
Unsere Skitourensaison ist vorbei und schon steht die Zeit für andere
Unternehmungen in in felsiger Umgebung auf dem Programm.
Im April führte Andreas den eher schlecht besuchten Knoten- /
Kletterkurs in der 'Brochnen Burg' durch.
Vom Angebot des Kantonalverbands im Klettergarten Bellinzona machten 10
Teilnehmer aus unserer Sektion Gebrauch.
Trotz schlechtem Wetter trafen sich 16 Teilnehmer zum Pfingstlager im
Tannhüttli (im Alpstein).
Von den drei vorgesehenen Touren im Juni konnten nur die Klettertour am
Zervreilahorn und die Witzwanderung durchgeführt werden.
Im Juli führte uns Vinzenz auf einer Abendwanderung von Balgach hinauf
zum 'Grünen Baum'.
Zu eindrücklichen Ferienerlebnissen gehörten das Kletterlager im
Sustengebiet mit Zeltlager in Gadmen und die Rätikonbergwanderung.
Ersteres fand im Juli statt und die Wanderung, die mehrere Tage dauerte,
folgte im anschliessenden Monat.
Meiner Meinung nach müssten solche Lager weiterhin angeboten
werden, denn nur so bleiben kameradschaftliche Verbindungen erhalten. Und
sie sind ein Ansporn für die Daheimgebliebenen, um ein andermal mitzutun.
Fredy's Velotour im Appenzellerland konnte bei schönem, jedoch kaltem
Wetter durchgestrampelt werden.
Eine Sausertour führte uns bei herrlichem Herbstwetter am 6. Oktober
in die Bündner Herrschaft.
Ebenfalls im Oktober wurde das Kletterwochenende am 12./13. in der Göscheneralp
durchgeführt.
Zu den abgesagten Touren im Sommer gehörten der Klettertag, die
Hochtour auf den Grossen Diamantstock und die Tour über den Arlberger
Klettersteig.
Danken möchte ich allen Teilnehmern für das grosse Interesse, sowie
den Tourenleitern für die unfallfrei geführten Touren! |
{Von unserem Tourenobmann
Armin Kühnis}
|
|
Wintertouren 1995 / 1996
|
| Touren | geplant | 15 |
durchgeführt | 14 |
ausgefallen | 1 |
| Teilnehmer | |
| insgesamt | 154 |
| |
| |
im Durchschnitt | 11 |
| |
|
Sommertouren 1996
|
| Touren | geplant | 15 |
durchgeführt | 12 |
ausgefallen | 3 |
| Teilnehmer | | |
insgesamt | 108 |
| |
| |
im Durchschnitt | 9 |
| |
Ehrgeiz am Abgrund
{Bericht von Jürg Rohrer Aus dem
Tages-Anzeiger (Zürich)
vom 11. August 1997}
Erneut zehn Bergtote
So titelte kürzlich der Tages-Anzeiger eine seiner täglichen Ausgaben. Man bekommt das
Gefühl, als seien alle Bergtouren lebensgefährliche Unternehmen die man besser sein
lässt! Mögliche Erklärungen für die Ursachen einiger tragischer Unfälle liefert der
Kommentar von Jürg Rohrer, der gleichentags auf der Titelseite des Tagi zu lesen
war.
Wer regelmässig in den Bergen unterwegs ist kennt die Vielfalt der Gefahren und verhält
sich entsprechend. Unfälle sind dann zwar nicht ausgeschlossen, doch deren Zahl
reduziert sich erheblich!
Die Häufung von Abstürzen in den Bergen, wie sie sich auch an diesem
Wochenende wieder ereignet haben, ist vorhersehbar: Nach längerem
Schlechtwetter im Juli und August geht es regelmässig los. Man hat nur
wenig Ferien, ist zermürbt vom Warten, also bricht man am erstmöglichen
Tag auf, egal, wie die Verhältnisse am Berg sind.
Lebensmüde sind die Alpinisten nicht, sie überschätzen sich nur zu oft.
Sie suchen die Gefahr nicht, um darin umzukommen, sondern um dem
asphaltierten Alltag ein Abenteuer entgegenzusetzen. Doch nutzt sich auch
dieses Erlebnis ab, es braucht immer wieder neue Reize. Das Allalinhorn,
im ersten Bergjahr vielleicht ein Traumgipfel, ist im nächsten schon zu
einfach, ohne Kitzel. Deshalb sind die Bergsteiger oft nicht auf den
Touren unterwegs, die sie locker schaffen, sondern dort, wo sie an ihre
Grenze stossen. Und so geraten sie sofort in Nöte, wenn das Wetter umschlägt
oder wenn es am Mönch Eis hat, wo Trittschnee sein sollte.
Zur Selbstüberschätzung wird man in den Bergen auch deshalb verführt,
weil Leistung alles ist. Wer die schwierigere Route geht, gilt mehr.
Gipfel werden nach ihrem Prestige ausgesucht und nicht nach dem
Naturerlebnis. Kaum jemand steigt von Bergün auf den schönen Piz Uertsch,
lieber stehen sie am Matterhorn Schlange, denn Anerkennung - auch von
Nichtbergsteigern - gibt es nur für die berühmten und schwierigen Berge.
Prestige, Leistung, Ehrgeiz, höher, schneller - die Gesellschaft bleibt
auf 4000 Metern dieselbe wie unten im Tal. Die einen rasen mit Töff oder
Auto durch die Kurven, die anderen preschen mit dem Mountainbike den
Waldweg hinunter, ohne etwas zu sehen, wieder andere verstehen nichts vom
Wind und segeln mit ihrem Gleitschirm dennoch durch die Luft. Alle im Gefühl,
ihnen passiere nichts, was ja auch stimmt - bis zum allerletzten Mal.
Zur liberalen Gesellschaft gehört, dass sich ihre Mitglieder selber schädigen
dürfen. Deshalb sind Alkohol, Zigaretten, Zucker und Fett weder verboten
noch pro Kopf rationiert. Nur sollten sich die Bergsteiger nicht mit dem
Anspruch auf Freiheit rechtfertigen. Denn sie gefährden nicht bloss
sich selber, sondern auch ihre Retter, die oft das Leben riskieren müssen,
um Verletzte aus einer steilen Wand zu bergen. Angesichts des
unglaublichen Leichtsinns, der in den Alpen beobachtet werden kann,
scheint diese doppelte Verantwortung nicht zu interessieren. Die umgehende
Rettung per Helikopter gilt als Dienstleistung, auf die man ein Recht hat,
da man REGA-Mitglied, Devisenbringer oder zumindest Steuerzahler ist. Das
wiederum ist nichts anderes als das gewöhnliche Konsumdenken in alpiner
Form. |
|
Zusammenfassung LVS-Test 1998
{Vom
SLF (Schweizerisches Lawinenforschungsinstitut Davos)
Anfangs Dezember 1998}
|
|
Diese Zusammenfassung wurde bereits landesweit (Schweiz) in der Presse publiziert.
Ausserdem kann sie im Internet-Archiv des SLF (Schweizerisches
Lawinenforschungsinstitut) sowie über unsere HomePage abgerufen werden (ein
Unterschied besteht lediglich in der Formatierung (Darstellung).
Resümee dieser Zusammenfassung:
Gesamthaft gesehen hat von den drei getesteten Neuentwicklungen das Ortovox M1 am
besten abgeschnitten, gefolgt vom Tracker DTS, deutlich zurück das Arva 9000, das
allgemein die schlechtesten Noten erhielt.
Obwohl bei allen drei neuen Geräten Fortschritte bei der Benutzerführung und damit beim
Ortovox M1 und beim Tracker DTS auch bei der Lokalisierungszeit erzielt worden sind,
sind andererseits zum Teil auch noch klare Mängel vorhanden. Diese betreffen vor allem,
die Ortung von mehreren Verschütteten, das Ortungssystem sowie die Handhabung.
Zudem sind die Suchstreifenbreiten bei allen neuen Geräten klein.
Zweifellos gehen die Neuentwicklungen in die richtige Richtung. Die neuen optischen
Anzeigen bringen Vorteile, sind aber oft zu umfangreich, und zum Teil gar eher verwirrend.
Beim Ortungssystem oder bei der Kombination von analoger und digitaler Technologie sind
vielversprechende Lösungsansätze gefunden worden. In einfachen Situationen
dürften Ungeübte mit dem Tracker DTS oder dem Ortovox M1 wohl doch eher bessere
Erfolge erzielen als mit den bewährten Geräten. Als positiv ist auch das teilweise
Verschwinden der Empfindlichkeitsregler zu bezeichnen. Es ist deshalb zu hoffen, dass
die Hersteller sich von den Testresultaten nicht entmutigen lassen, sondern die
festgestellten Mängel rasch beheben werden. Die aktuelle Dynamik bei der
Neuentwicklung von LVS-Geräten wird zweifellos zu wesentlichen Verbesserungen für die
Benutzer führen.
|
|
Einleitung
Nach 1990 und 1994 hat das
Eidg. Institut für Schnee und Lawinenforschung in Davos (SLF)
ein weiteres Mal einen internationalen Vergleichstest der Lawinenverschütteten-Suchgeräte
(LVS) organisiert. Der Vergleichstest "LVS-98" stand unter dem Patronat der Internationalen
Kommission für das Alpine Rettungswesen (IKAR)
. Die
Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu)
hat die umfangreichen Tests finanziell unterstützt. Erneut konnten verschiedene
Alpinverbände und Organisationen aus dem In- und Ausland (Deutschland, Frankreich,
Italien und Österreich) für die Mitarbeit gewonnen werden. Die Tests waren nötig, um
Klarheit über die Qualität der neu auf den Markt kommenden Suchgeräte zu schaffen, die
alle umfassende optische Suchhilfen auf digitaler Basis beinhalten.
|
|
Ziel
Ziel der Versuche war, den Stand der Technik abzuklären, den Benützern eine verlässliche
Beurteilung der am Markt erhältlichen Geräte zu ermöglichen, und den Herstellern Stärken
und Schwächen ihrer Produkte aufzuzeigen.
|
|
Getestete Gerätetypen
Je fünf LVS-Geräte von sechs verschiedenen Herstellern wurden für den Test berücksichtigt.
Drei der getesteten Gerätetypen waren Neuentwicklungen mit optischen Suchhilfen und
teilweise digitaler Technologie: Arva 9000
(Frankreich), Ortovox M1
(Deutschland) und Tracker DTS
(USA). Vom Ortovox M1 standen nur Vorseriengeräte zur Verfügung. Die anderen drei
Geräte waren konventioneller Bauart und wurden als Referenzgeräte zu den Vergleichstests
von 1994 in den Test mit einbezogen:
Barryvox VS 2000
(Schweiz), Fitre snow bip II
(HomePage von Fitre in Vorbereitung)
(Italien) und Pieps 457 Opti 4
(Österreich).
|
|
Testprogramm
An insgesamt 17 Tagen im September und Oktober 1998 wurden die Geräte im Feld
getestet. Weit über 1000 Reichweitenversuche und über 400 Lokalisierungsversuche
wurden auf Les Diablerets (Glacier de Tsanfleuron, Schweiz), auf dem Stilfserjoch (Italien),
in Allevard (Frankreich) und auf dem Stubaigletscher (Österreich) durchgeführt. An drei von
vier Testorten konnten die Versuche auf Schnee durchgeführt werden. Eine detaillierte
Versuchsanleitung und die Versuchsbegleitung durch ein dreiköpfiges Testteam des SLF
sollten möglichst einheitliche Versuchsbedingungen gewährleisten. Anschliessend an die
Feldversuche wurden die Beteiligten mittels eines detaillierten Fragebogens zu
Funktionssicherheit, Bedienung, Ortungssystem, Tragsystem und Gebrauchsanweisung
befragt.
Schliesslich wurden alle Geräte von einem zertifizierten Prüflabor elektronisch ausgemessen
und die wichtigsten Geräteeigenschaften überprüft, um festzustellen, ob die Europäischen
Normanforderungen
(ETS 300 718)
erfüllt wurden.
|
|
Resultate der Feldversuche
Suchstreifenbreite
Die Feldtests zeigten, dass die mittleren Reichweiten der neuen Geräte (ca. 20-30 m)
teilweise deutlich kleiner sind als bei den bewährten Referenzgeräten, bei denen sie
ca. 30-45 m betragen. Daraus ergeben sich relativ kleine Suchstreifenbreiten von nur
18-21m.
Die Suchstreifenbreite ist so definiert, dass ein Verschütteter bei der Suche in höchstens
2 von 100 Fällen übergangen wird.
|
|
Lokalisierungszeit
In den Lokalisierungsversuchen wurde lediglich die Zeit für die sekundäre Suche, d.h. vom
ersten Signal bis zur Punktortung gemessen. Die Sender waren ca. 1 m tief vergraben. Von
den drei neuen Geräten schneidet in den Lokalisierungsversuchen der Tracker DTS am
besten ab, gefolgt vom Ortovox M1. Mit diesen beiden Geräten wurden durchschnittlich (bei
ca. je 30 Versuchen) kürzere Suchzeiten erreicht als bei den beiden Referenzgeräten
Barryvox VS 2000 und Pieps 457 Opti 4.
Dieses Resultat dürfte sogar noch etwas deutlicher ausfallen, falls die Tests durch
Personen durchgeführt würden, die mit den Referenzgeräten nicht vertraut sind.
|
|
Lokalisierungsgenauigkeit
Bei den Versuchen zur Lokalisierungsgenauigkeit waren die Sender wiederum 1 m tief
vergraben. Die bewährten Geräte schneiden etwas besser ab, die Unterschiede sind
allerdings eher klein.
Die Mittelwerte (Median) liegen zwischen 34 cm für das beste Gerät (Barryvox VS 2000) und
70 cm für das schlechteste Gerät (Arva 9000). Die Streuungen sind aber unterschiedlich und
teilweise recht gross. Der Anteil der Fälle, in denen die Abweichung weniger als 80 cm
beträgt, ist beim Arva 9000 57%, beim Tracker DTS 67 % und beim Ortovox M1 71 %.
Generell schneiden Geräte mit analoger Akustik etwas besser ab. Arva 9000
verzeichnet eine sehr grosse Streuung, was sich auch schon bei den Reichweiten und
Lokalisierungszeiten gezeigt hat, die klar auf gewisse Probleme der verzögerten Anzeige
des Empfangssignals hindeuten.
|
|
Lokalisierungsversuche mit zwei Sendern
Die Versuche mit zwei Sendern, um das Verhalten bei mehreren Verschütteten zu testen,
zeigten teilweise bedenkliche Resultate. Die beiden Sender waren in einem Abstand von
5 m vergraben, der eine in 0.5 m, der andere in 1 m Tiefe. Mit dem Arva 9000 wurden bei
insgesamt 17 Versuchen, in 15 Fällen gar nicht erkannt, dass ein zweiter Sender vorhanden
war. Auf diesen Umstand hingewiesen konnten 5 Suchende den zweiten Sender
trotzdem nicht lokalisieren. Mit dem Tracker DTS erkannten immerhin 11 von 23
Testpersonen die Doppelverschüttung, aber ebenfalls in 5 Fällen konnte der zweite Sender
trotz Hinweis nicht lokalisiert werden.
Am besten von den drei Neuentwicklungen schnitten die Funktionsmuster des Ortovox M1
ab: 13 von 15 Testpersonen erkannten das Vorhandensein von zwei Sendern; und nur in
einem Fall konnte der zweite Sender trotz Hinweis nicht lokalisiert werden. In allen Fällen
handelte es sich um erfahrene Testpersonen.
Auch wenn davon ausgegangen werden muss, dass in vielen Fällen bei der
Kameradenrettung die Zahl der Verschütteten bekannt ist, ist dieses Resultat doch sehr
enttäuschend ausgefallen.
Für die bewährten Geräte liegen nur wenige Resultate vor. In 3 von 8 Fällen erkannte die
Testperson mit einem Pieps 457 Opti 4 den zweiten Sender nicht, konnte ihn, darauf
hingewiesen, aber lokalisieren. In den restlichen 5 Versuchen mit dem Barryvox VS 2000
und dem Fitre Snow Bip II traten keine Probleme auf.
|
|
Weitere Beobachtungen
Während der rund 400 Lokalisierversuche traten wiederholt Fehlbedienungen auf. In
rund 3 % der Fälle wollten die Testpersonen die Suche mit einem Gerät beginnen, das
unmöglich einen Verschütteten gefunden hätte. Dieser Prozentsatz ist recht gross, wenn
man bedenkt, dass es sich hauptsächlich um geübte Testpersonen handelte, und es nur
gestellte Suchübungen waren. Man kann sich leicht ausrechnen, wie die Situation bei
einem Lawinenunglück aussähe, wenn der Suchende unter grossem Stress steht.
Einige der LVS-Gerätetypen zeigen dem Suchenden zu wenig deutlich an, in welchem
Betriebsmode sich das Gerät befindet.
Die beim Tracker DTS und beim Barryvox VS 2000 vorhandene automatische
Umschaltung auf Senden bleibt umstritten, und wurde von den Testpersonen mehrheitlich
als negativ beurteilt.
Die Versuche während eines Tages mit einer Schulklasse von 12 bis 14-jährigen Mädchen
und Knaben ergaben keine wirklich aussagekräftigen Resultate. Die Anzahl Versuche war zu
gering. Getestet wurden die drei neuen Geräte und das Pieps 457 Opti 4. Die Suchzeiten
zeigen keine wesentlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Geräten. Die
Streuung ist sehr gross. Bei den Versuchen zur Lokalisierungsgenauigkeit ist aber das
gute Abschneiden des Tracker DTS aufgefallen. Die Sender waren bei diesen
Versuchen nur 30-50 cm tief vergraben.
|
|
Bergungszeit
Anhand zweier konkreter Beispiele der Suche auf einer Lawinenablagerung, einer kleinen
von 30 m Breite und 40 m Länge, und einer mittleren von 50 m Breite und 80 m Länge lässt
sich berechnen, wie Suchstreifenbreite, Lokalisierungszeit und gesamte Bergungszeit
verknüpft sind.
Eine grössere Reichweite bedeutet nämlich eine kurze primäre Suche, dafür eine längere
sekundäre Suche, und umgekehrt. Mit einem Gerät geringer Reichweite geht die Suche
schnell auf einer kleinen Lawine, dauert dafür aber einiges länger auf einer grossen
Lawine.
Ein Gerät mit einer relativ grossen Reichweite ist verglichen mit einem Gerät kleiner
Reichweite auf einer kleinen Lawine nur wenig langsamer, dafür aber wesentlich schneller
auf einer wirklich grossen Lawine.
|
|
Zusammenfassung der Feldversuche
|
Resultate aus den Feldversuchen |
| Empfänger |
mittlere Reichweite |
Such- streifen- breite |
mittlere Lokalisie- rungszeit |
mittlerer Suchfehler |
Arva 9000 | 28 m |
18 m | 3:14 Min |
70 cm |
Ortovox M1 | 30 m |
21 m | 2:22 Min |
48 cm |
Tracker DTS | 20 m |
20 m | 2:04 Min |
50 cm |
Barryvox VS 2000 | 45 m |
50 m | 3:09 Min |
34 cm |
Pieps Opti 4 | 31 m |
29 m | 2:54 Min |
54 cm |
|
|
Die mittlere Lokalisierungszeit (sekundäre Suche) ist die Zeit vom ersten Signal bis zur
Punktortung und stellt damit nur einen Teil der gesamten Bergungszeit dar. Die Zeiten sind
nicht repräsentativ für die Suche auf einer Lawinenablagerung. Im Ernstfall dauert die
Suche wesentlich länger. Der mittlere Suchfehler (Medianwert) bezieht sich auf eine
Verschüttungstiefe von 1 m.
|
|
Resultate der Labormessungen
Die Frequenz von 457 kHz wird von allen Geräten innerhalb der Normtoleranz
eingehalten. Die Genauigkeit der Sendefrequenz der beiden Referenzgeräte Barryvox
VS 2000 (+2 Hz) und Pieps 457 Opti 4 (±0 Hz) ist hervorragend. Grössere Abweichungen,
die sich zweifellos negativ auf die Kompatibilität auswirken, aber innerhalb der Normtoleranz
von ±100 Hz liegen, verzeichnen Tracker DTS (+60 Hz) und Ortovox M1 (-49 Hz). Beim
Ortovox M1 fiel die Sendefrequenz bei tiefen Temperaturen bei drei von fünf getesteten
Geräten (aus der Vorserie) sogar knapp unterhalb die Toleranzgrenze.
Bei allen getesteten LVS-Geräten ist die Sendefeldstärke nahe beim maximal zulässigen
Normwert. Damit resultieren bei allen Geräten erfreulich grosse Sende-Reichweiten. Diese
Reichweite wird durch tiefe Temperaturen (-20 °C) nur minimal verringert. Der Einfluss
des Batteriezustandes ist hingegen leicht grösser als der Temperatureinfluss. Hier
ergaben sich Messwerte, die einer Reduktion der Reichweite um bis zu 10% entsprachen.
Die Batterielebensdauer im Betriebsmode Senden betrug bei den meisten Geräten rund 300
Stunden; die Spannweite reicht von 180 (Tracker DTS) bis zu 700 Stunden (Barryvox VS
2000).
Die grössten Unterschiede traten bei der Empfängerempfindlichkeit auf, und zwar nicht nur
zwischen den Geräten der verschiedenen Hersteller, sondern auch innerhalb derselben
Marke. Während beim Arva 9000 und beim Barryvox VS 2000 die Labormessungen klar
genügende Werte ergaben, waren die gemessenen Werte der Empfängerempfindlichkeit
verglichen mit der ETS-Norm für Pieps 457 Opti 4 und Ortovox M1 knapp ungenügend.
Viel zu klein waren die vom zertifizierten Elektroniklabor gemessenen Werte der
Empfängerempfindlichkeit beim Tracker DTS.
|
|
Auswertung der Fragebogen
Anhand eines Fragebogens mit 40 Fragen wurden die Geräte von allen Testpersonen nach
erfolgtem praktischen Suchen (subjektiv) beurteilt. Die Fragen gliedern sich in folgende 5
Hauptabschnitte: Funktionssicherheit, Bedienung, Ortungssystem, Tragsystem,
Gebrauchsanweisung und Allgemeines. Die Bewertung der drei neuen Gerätetypen
basiert auf den Antworten von je 52 Fragebogen. Bei den Referenzgeräten liegen weit
weniger auswertbare Fragebogen vor, nämlich nur 11 beim Barryvox VS 2000, 15 beim
Fitre Snow Bip II und 21 beim Pieps 457 Opti 4. Die verwendete 5-stufige Notenskala reicht
von sehr schlecht (Note 1) bis sehr gut (Note 5).
Von den drei neuen Geräten schneidet das Ortovox M1 am besten ab. Es erzielt in den drei
wichtigen Abschnitten Funktionssicherheit, Bedienung und Ortungssystem praktisch gleich
gute Noten wie das Referenzgerät Pieps 457 Opti 4. Die guten Noten beim Ortungssystem
beruhen beim Ortovox M1 allerdings auf der Beurteilung des bewährten akustischen Teils;
die optische Suchhilfe hingegen wird in vielen Kommentaren als mangelhaft beurteilt.
Zweitbestes der neuen Geräte ist der Tracker DTS, der vor allem für die Bedienung
schlechtere Noten erhält. Klar schlechtestes Gerät ist das Arva 9000, das für den Abschnitt
Ortungssystem zudem eine ungenügende Durchschnittsnote erzielt.
Interessant ist der Vergleich der Anzahl ungenügender Noten. Von den gesamthaft 50
Fragen wird das Barryvox VS 2000 in zwei Punkten als ungenügend beurteilt, beim Pieps
457 Opti 4 und beim neuen Ortovox M1 sind es 3, beim Fitre Snow Bip II 6, beim Tracker
DTS 8 und beim Arva 9000 11 Punkte mit ungenügender Durchschnittsnote. Auch die
bewährten Referenzgeräte sind demnach nicht frei von Mängeln.
Die Testpersonen beurteilten z.B. beim Barryvox VS 2000 Grösse, Gewicht und Preis, sowie
das automatische Umschalten als negativ.
|
|
Schlussfolgerungen
Gesamthaft gesehen (Feldversuche, Labortests, Fragebogen) hat von den drei getesteten
Neuentwicklungen das Ortovox M1 am besten abgeschnitten, gefolgt vom Tracker
DTS,
deutlich zurück das Arva 9000, das allgemein die schlechtesten Noten erhielt.
Obwohl bei allen drei neuen Geräten Fortschritte bei der Benutzerführung (optische
Suchhilfen auf digitaler Basis) und damit beim Ortovox M1 und beim Tracker DTS auch bei
der Lokalisierungszeit erzielt worden sind, sind andererseits zum Teil auch noch klare
Mängel vorhanden. Diese betreffen vor allem, die Ortung von mehreren Verschütteten
(Arva 9000, teilweise Tracker DTS), das Ortungssystem (Arva 9000, teilweise Ortovox M1:
optischer Teil) sowie die Handhabung (alle drei Geräte). Zudem sind die
Suchstreifenbreiten bei allen neuen Geräten klein.
Entsprechend eindeutig ist denn auch die Empfehlung der IKAR ausgefallen, die klar zum
Ausdruck bringt, dass lebenswichtige Rettungsgeräte keine gravierenden Mängel aufweisen
dürften.
Zweifellos gehen die Neuentwicklungen in die richtige Richtung. Die neuen optischen
Anzeigen bringen Vorteile, sind aber oft zu umfangreich, und zum Teil (beim Ortovox M1)
gar eher verwirrend. Beim Ortungssystem (Tracker DTS: zwei Empfangsantennen, beste
Richtungsanzeige) oder bei der Kombination von analoger und digitaler Technologie
(Ortovox M1) sind vielversprechende Lösungsansätze gefunden worden. In einfachen
Situationen (kleine Lawine, nur ein Verschütteter, kleine Verschüttungstiefe etc.) dürften
Ungeübte mit dem Tracker DTS oder dem Ortovox M1 wohl doch eher bessere Erfolge
erzielen als mit den bewährten Geräten. Als positiv ist auch das teilweise Verschwinden
der Empfindlichkeitsregler zu bezeichnen. Es ist deshalb zu hoffen, dass die Hersteller sich
von den Testresultaten nicht entmutigen lassen, sondern die festgestellten Mängel rasch
beheben werden. Die aktuelle Dynamik bei der Neuentwicklung von LVS-Geräten wird
zweifellos zu wesentlichen Verbesserungen für die Benutzer führen. Es scheint
durchaus möglich, mit noch weiterentwickelten Geräten dem Ziel eines leicht zu
bedienenden, effizienten und zuverlässigen Rettungsgerätes für die Suche nach
Lawinenverschütteten in naher Zukunft einen wesentlichen Schritt näher zu kommen.
|
|
Alte Programme
Hier kannst Du Dich über die vergangenen Anlässe
und andere informieren. Alle aufgelisteten Daten waren einmal zur Durchführung geplant.
Einzelne Anlässe wurden (naturgemäss) abgesagt oder geändert! Die Daten in
diesem Archiv sollen einerseits zeigen, wie sich das Angebot unserer Sektion
entwickelt und andererseits auch einen Überblick über die Abwechslung des
Vereinsangebots vermitteln.
Wir meinen, dass unser aktuelles
Programm
wieder einiges zu bieten hat und hoffen auch bei Dir das Interesse daran
geweckt zu haben!
|
|